Valve World Expo 2012 | 27.11.12 - 29.11.12 | Düsseldorf
Firmen-Aus durch Energiewende? Ökologie kontra Ökonomie
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Info: Ein Kollegengespräch über die Verträglichkeit der Energiewende in Deutschland für eine Industrie, die von Öl- und Gas lebt. Auf der Valve Expo World in Düsseldorf haben wir mit Geschäftsführern darüber gesprochen, wie die der Umweltschutz ihre Geschäftsmodelle bedroht und wie sie sich in Zukunft aufstellen wollen.

Anmoderation: Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein, dazu kommt der Ausbau an Wind- Solar- und Wasserkraft. Deutschland ist auf einem guten Weg, in puncto Umweltverträglichkeit deutlich grüner zu werden. Aber gibt es nur Gewinner des grünen Gedanken? Reporter Patrick Pröbsting - es gibt Industrien, die würden das wahrscheinlich verneinen.

Frage 2: Jetzt geht es ja nicht nur um Ventile und Rohrverbindungen, eine ganze Branche, die bislang vor allem vom Öl und Gasverbrauch lebt, steuert auf schwere Zeiten zu. Wie ist es denn um die Arbeitsplätze bei den Zulieferern bestellt?

Frage 3: Das klingt jetzt alles etwas notdürftig und übers Knie gebrochen. Gibt es denn nicht vielleicht auch Gewinner, die von der Energiewende profitieren?

Abmoderation: Danke schön Patrick. In zwei Jahren werden wir vielleicht schon sehen, wie weit diese Entwicklung voran geschritten ist. Dann findet in Düsseldorf die nächste Valve World Expo statt. 

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Antwort 1: Genau so eine Industrie hat sich in Düsseldorf getroffen. Auf der Valve Expo World waren rund 600 Firmen aus der ganzen Welt, um ihre Neuheiten vorzustellen. Dabei handelte es sich in erster Linie um Ventile und Steuersysteme zum Beispiel für Öl- oder Gas-Pipelines. Die größte Armatur hatte Thomas Böhmer mitgebracht. Ein über 4 Meter großes Ventil für Gas. Ihm ist bewusst, dass sich sein Unternehmen, nicht zuletzt wegen der Energiewende um neue Märkte bemühen muss.
O-Ton Böhmer
In Europa und Deutschland sieht er die Nachfrage nach Öl- und Gassteuerungen aber künftig für zu gering. Hier will das Unternehmen sich auf die sogenannte Sekundärenergie stürzen, also Nah- und Fernwärmeleitungen.

Antwort 2: Ja, Zubehör trifft es wahrscheinlich noch besser. Also zum Beispiel Dichtungsringe. Das sind keine kleinen Gummiringe, wie wir sie zum Beispiel von unserem Wasserhahn her kennen, sondern eher Hula-hoop-Reifen große Dichtungen, die ordentlich Druck aushalten müssen. Fließen kein oder nur noch wenig Öl und Gas nach Deutschland, wirds kritisch, gesteht Hermann Löbich von der Gesellschaft für Dichtungstechnik.
O-Ton Löbich
Also auch hier versuchen die Firmen ihr Know-How andernorts einzubringen und Geld zu verdienen.

Antwort 3: Nämlich die Firmen, die sich frühzeitig schon darauf eingeschossen haben, auf neue Energien zu setzen. Zum Beispiel Uwe Krabbe. Seine Firma setzt zwar weiterhin auf die Versorgung mit Erdgas, aber hat eine Armatur entwickelt, um dem Erdgas noch Biogas von Bauern beizumischen. Quasi das E10 von der Tankstelle für die Heizung zu Hause. 
O-Ton Krabbe
Als Fazit würde ich somit festhalten: auch, wenn die politischen Bedingungen für manche Firma erstmal eine Katastrophe sind, die meisten haben genügend Zeit, sich darauf vorzubereiten und mit Erfindungsreichtum und ein bisschen Hirnschmalz eine neue Lücke zu finden, um am Markt bestehen zu können.

O-Ton: Thomas Böhmer, Geschäftsführer und Inhaber Böhmer GmbH, 45537 Sprockhövel;
Hermann Löbich, Geschäftsführer GFD - Gesellschaft für Dichtungstechnik GmbH, 74336 Brackenheim;
Uwe Krabbe, Verkaufsleiter Kühme Armaturen GmbH, 44897 Bochum
Länge: 2:39 (3 Antworten, je inkl. O-Ton, individuell einsetzbar)
Autor: Patrick Pröbsting

erstellt: 28.11.2012 
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