MEDICA / COMPAMED 2013 | 20.11.13 - 23.11.13 | Düsseldorf
Wer hat Schuld an der schlechten Lage der Krankenhäuser?
artimg8700_120x80.jpg

Info: Die Krankenhäuser schieben der Politik den Schwarzen Peter zu, wenn es um die Finanzlage geht. Bund und Länder müssen mehr zahlen, sagen sie, und sehen vor allem kleine Häuser auf dem Land bedroht. Das Land sagt: Pleite darf gar kein Krankenhaus gehen, da stehen die Gesetze vor. Die werden umgangen, sagen die Krankenhäuser. Wer welche Argumente vertritt, hören Sie in diesem Beitrag.

Anmoderation: Ein heißes politisches Thema beschäftigt die Gesundheitsbranche. Die Hälfte aller Krankenhäuser ist finanziell angeschlagen. Sie haben im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Das meldet die Deutsche Krankenhausgesellschaft. Auf dem Deutschen Krankenhaustag auf der Messe Düsseldorf fordert sie die Krankenkassen und die Politik auf, die Häuser mehr zu unterstützen. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens hat den Krankenhaustag besucht (am 21.11.). Sie gibt den Krankenhäusern teilweise recht.

----------------

Beitragstext: O-Ton
Stattdessen, sagt die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, sollten die Krankenkassen einspringen, sie hätten ja Milliarden Euro an Rücklagen auf den Konten. Bei diesem Punkt ist der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren, Josef Düllings, ganz bei ihr:
O-Ton
Das aber ist nur die eine Seite, denn letzten Endes müssten die Länder und der Bund eingreifen, denn die Krankenkassen seien nicht die einzigen Beteiligten in dem Spiel.
O-Ton
So einfach aber ist das Spiel nicht, stellt Barbara Steffens dem entgegen. Denn das deutsche Finanzierungssystem ist so ausgelegt, dass neben den Ländern und dem Bund auch die Kommunen mit einzahlen müssen.
O-Ton
Aber, beruhigt die Ministerin, dass deshalb Krankenhäuser schließen müssen, das sei unwahrscheinlich. Denn einfach dicht machen, das geht nicht. Das gelte vor allem für kleine Häuser auf dem Land, die für die Grundversorgung da sind, sich also nicht spezialisieren können.
O-Ton
Sicherstellungsauftrag heißt das in der Fachsprache. Und dem werden die Landesregierungen nicht gerecht, sagt Josef Düllings, sie würden "kalt zerschlagen", durch überhöhte Forderungen nach Qualität.
O-Ton
Das weist die Ministerin von sich. Allgemein gültige Qualität habe ihre Berechtigung. Könne die nicht überall erreicht werden, dann müssten die Beteiligten gemeinsam überlegen.
O-Ton
Viele ältere Kranke, mehr schwere Erkrankungen als früher, das sind auch Gründe für die Geldsorgen. Sicher sei, dass die Krankenhäuser Grund zur Klage hätten. Theater während der Koalitionsverhandlungen in Berlin sei das nicht:
O-Ton
Harald Schönfelder, Redaktion, Düsseldorf
Aus Düsseldorf Harald Schönfelder

O-Ton: Barbara Steffens, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, Horionplatz 1, 40213 Düsseldorf;
Josef Düllings, Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V., Oranienburger Straße 17,
10178 Berlin
Länge: 3:06 (divers kürzbar)
Autor: Harald Schönfelder

erstellt: 21.11.2013 
Bereitstellung des mp3-Audios in Sendequalität (E-Mail-Versand oder direkt speichern)
Nach Eingabe von Name, E-Mail und Sender stellen wir Ihnen unsere Audio-Beiträge zur kostenfreien Nutzung unter Berücksichtigung unserer AGB zur Verfügung.
Ihre personenbezogenen Daten unterliegen selbstverständlich dem Datenschutz und werden nur für interne Zwecke verwendet.
* = notwendige Angaben
Es gibt unterschiedliche Varianten des Audio-Materials zu diesem Beitrag.
Bitte kennzeichnen Sie die von Ihnen gewünschte Version:

vertont - 3:06 (divers kürzbar)
nur O-Töne
Beitrags-Funktionen
vertont
nur O-Töne
zum Download
Manuskript als PDF
Beitrag weiterempfehlen
Ihren XING-Kontakten zeigen
Mit facebook-Freunden teilen
Ihr Ansprechpartner
Harald Schönfelder
Redaktionsleitung

h.schoenfelder@dhd-news.de