ISM 2007 | 28.01.07 - 31.01.07 | Köln
Die erste TÜV-geprüfte Schokolade

Info: Beitrag mit O-Tönen über die erste TÜV-geprüfte Schokolade in Deutschland. Ein zusätzliches O-Ton-Paket zum Thema finden Sie am unteren Ende dieser Seite.

Anmoderation: Was hat der TÜV mit Schokolade zu tun? Nichts, wird man wohl erst mal denken – bisher war das auch so. Auf der Internationalen Süßwarenmesse 2007 in Köln ist jetzt die erste TÜV-geprüfte Schokolade präsentiert worden. Der schwäbische Schokoladenfabrikant Storz hat als erster Schokoladenhersteller die TÜV-Plakette bekommen. Storz produziert mit seinen durchschnittlich rund 125 Mitarbeitern vor allem Saison-Schokolade, z.B. für Ostern, Weihnachten oder Halloween in entsprechendem Design. Aber da fragt man sich natürlich, was bitteschön der TÜV überprüft bei einer Schokolade?

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Beitragstext:
O-TON Poppenberger: ...Vermeidung von Kontamination... Produktproben... Analysen...
Heinrich Poppenberger ist TÜV-Prüfer – aber sein Metier sind nicht tiefer gelegte Autos oder die Sicherheit von Kinderwagen, sondern Lebensmittel. Aber ähnlich wie bei den wohl bekanntesten TÜV-Plaketten am Auto geht es vor allem um das Thema Sicherheit. Wobei Poppenberger weiß, dass es gerade bei Lebensmitteln eine hundertprozentige Sicherheit nicht geben kann...
O-TON Poppenberger: ...was wir aber machen können, sind intensivere Prüfungen... höchstmögliche Sicherheit erreichen...
Lebensmittel sind ein sensibles Gut, da sie im ungünstigsten Fall den Menschen gefährlich schaden können. Deswegen dürfen keine gefährlichen Stoffe in die Schokolade kommen...
O-TON Schinle: ...es geht aber auch um kleinere Dinge wie Ekel... Haar in der Schokolade...
Markus Schinle ist Geschäftsführer der Storz Schokoladenfabrik und er wehrt sich gegen den Vorwurf, die TÜV-Plakette auf seiner Schokolade sei vor allem ein Marketing-Gag...
O-TON Schinle: Kein Marketing-Gag... ist aber Element des Marketings... wir sehen ein Dreieck aus Genuss, Design und Vertrauen... Vertrauen beim Konsumenten...
Für die Mitarbeiter bedeutet die TÜV-Überwachung unter anderem, dass sie immer damit rechnen müssen, dass der Prüfer auch unangemeldet in die Schokoladenfabrik kommt und überprüft, ob alle Vorgaben eingehalten werden...
O-TON Schinle: ...hohes Maß... für uns wichtig, einen neutralen und strengen Dritten zu haben, der uns überprüft und den Spiegel vorhält...
JS Köln, aus Köln JS

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Fragen zum untenstehenden O-Ton-Paket:

Poppenberger antwortet auf folgende Fragen:

1. Warum muss neuerdings eine Schokolade TÜV-geprüft sein?

2. Was sagt dem Verbraucher die Plakette auf der Schokolade – was bedeutet es, wenn die blaue TÜV-Süd-Plakette zu sehen ist?

3. Gab es denn bisher Unternehmen, bei denen Dinge passiert sind, die Sie offensichtlich zu beanstanden gehabt hätten, so dass die Plakette verweigert worden wäre – gab es also Handlungsbedarf?

4. Welchen Wert hat denn überhaupt eine freiwillige Überprüfung durch den TÜV – wenn ich mich als Firma bei Ihnen melde, gehe ich ja sowieso davon aus, dass alles in Ordnung ist...

5. Sie sagen, es gehe um die Sicherheit der Lebensmittel – aber eine hundertprozentige Sicherheit können auch Sie nicht garantieren...

6. Sie haben die Firma Storz überprüft und am Ende die erste TÜV-geprüfte Schokolade mit der Plakette versehen – gab es denn auch Dinge, die Sie zu beanstanden hatten und die erst verändert werden mussten?

7. Die Autobesitzer kennen den zweijährigen Besuch beim TÜV – kommen Sie jetzt auch alle zwei Jahre zu Storz und erneuern die Plakette?


Schinle antwortet auf folgende Fragen:

8. Wieso haben Sie sich entschieden, ihre Schokolade vom TÜV prüfen zu lassen?

9. Was antworten Sie denen, die sagen, diese TÜV-Plakette sei vor allem ein Marketing-Gag?

10. Was heißt denn Sicherheit bei Schokolade für Sie – dass zum Beispiel keinerlei Dinge in die Schokolade gelangen, die nicht hineingehören?

11. Kann denn der TÜV-Prüfer viel an Sicherheit bringen, wenn er „nur" alle paar Monate vorbeikommt und beispielsweise nachsieht, ob alle Mitarbeiter die Kopfbedeckung tragen?

12. Hat der TÜV denn bei Ihnen Dinge gefunden, wo noch Handlungsbedarf bestand?

13. Wie muss man sich das ganz praktisch vorstellen – kommt der TÜV jetzt alle zwei Jahre zu Ihnen ins Haus und vergibt dann eine neue Plakette?

14. Herrscht große Aufregung, wenn der TÜV-Prüfer unangemeldet bei Ihnen ins Haus kommt, und überall wird durch die Hallen gerufen „Achtung – der TÜV kommt"?

15. Haben Sie nicht Angst davor, dass der Verbraucher bei der Flut der verschiedenen Prüf- und Zertifizierungssiegel den Überblick verliert und sagt „Nicht noch eine weitere Plakette"?

O-Ton: Heinrich Poppenberger, Lead Auditor Lebensmittel-/Futterzertifizierung, TÜV Süd, München;
Dr. Markus Schinle, Geschäftsführer, Chr. Storz GmbH & Co. KG., Tuttlingen
Länge: 2:28 (einfach kürzbar)
Autor: Jörg Sauerwein

erstellt: 29.01.2007 
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