METAV 2012 | 28.02.12 - 03.03.12 | Düsseldorf
Deutsche Fabrikanten legen Rekordzahlen vor - VDW Bilanz 2011
2012 METAV Zahnraeder
 

Info: Mit Rekordzahlen hat die deutsche Exportwirtschaft geglänzt, Waren im Wert von über 1.000.000.000.000 Euro hat die Industrie im vergangenen Jahr ins Ausland verkauft. Produziert und hergestellt mit Maschinen der Mitglieder des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenindustrie. Die Jahresbilanz ist somit ein guter Indikator für die Situation und den Ausblick der deutschen Wirtschaft.

Anmoderation: Mit einer Rekordzahl hat die deutsche Industrie Hoffnung aufkeimen lassen. Das statistische Bundesamt rechnete aus, dass Deutschland im vergangenen Jahr 2011 Waren im Wert von über eine Billion Euro exportiert hat. Möglich machen das vor allem die Maschinen, um zum Beispiel Autos, Fahrräder oder Windkraftanlagen herzustellen. Der VDW - der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken hat jetzt seine Bilanz für das abgelaufene Jahr vorgestellt. Ein guter Indikator, um die Situation der deutschen Industrie zu beleuchten.

Frage 1: XY Reporter Patrick Pröbsting, wie sieht diese Bilanz denn aus?

Frage 2: Vor allem die Verkäufe nach Asien haben mächtig angezogen. Fast 40 Prozent mehr verkauften die deutschen Unternehmen allein nach China. Wie sieht das mit den Verkäufen in andere Industrieländer aus?

Frage 3: Am Markt gab es jahrzehntelang ein Kopf an Kopf Rennen um die Vormachtstellung mit Japan. Ist das nach der Erdbebenkatastrophe und Fukushima immer noch der Fall?

Frage 4: Wie stellen Sie sich denn einen solchen Lernprozess vor?

Abmoderation: Die deutschen Werkzeugmaschinenfabrikanten haben in diesem Jahr auf mehreren Feldern zu kämpfen. Sie beschäftigt der Nachwuchsmangel und der Kampf um den chinesischen Markt. Infos waren das von XY Reporter Patrick Pröbsting, vielen Dank.

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Antwort 1:  Der Verband hat Rekordzahlen vorgelegt. Ein Zuwachs von 33 Prozent, so etwas gab es noch nie. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Branche 13,1 Milliarden Euro. Von der allgemeinen Exportbilanz haben die Werkzeugmaschinenfabrikanten also deutlich mit profitiert. Allerdings muss auch gleich eine zusätzliche Informationen folgen: Noch fehlt eine Milliarde Euro Umsatz, um die Zahlen von 2008 – also vor der Finanzkrise – zu erreichen. Der VDW geht nicht zuletzt deswegen von einer optimistischen Wachstumsrate für das laufende Jahr aus: Plus 5 Prozent, so die Marschrichtung von VDW Chef Martin Kapp.

Antwort 2: Ein großes Plus gab es übrigens auch bei den Geschäften in die USA. Hier haben die Exporte über 70 Prozent zu gelegt. Das will allerdings noch nichts heißen, denn der amerikanische Markt verliert immer mehr an Bedeutung. Vor zehn Jahren ging noch etwa jede vierte Maschine über den Atlantik in die Vereinigen Staaten. Inzwischen ist es nur noch etwa jede siebte. Quasi von Tag zu Tag wichtiger wird da der asiatische Markt, vor allem China. Hier wachsen deutlich mehr Nachwuchs-Ingenieure heran, als in Deutschland. Der VDW Chef Martin Kapp sieht darin allerdings keinen Wettbewerbsnachteil.
O-Ton
Um den Nachwuchs in Deutschland zu fördern, setzt er auf die VDW Nachwuchsstiftung. Seit 2009 unterstützt sie Jugendliche bei der Berufswahl und rüstet Schulen mit modernsten Maschinen aus.

Antwort 3: Das stimmt, Japan ist der größte Konkurrent auf der Welt für die deutschen Werkzeugmaschinenfabrikanten. Und allein durch die räumliche Nähe von Japan zu China ergibt sich ein wirtschaftlicher Vorteil, diesen immens großen Markt zu erschließen. Allerdings – und hier herrscht eine gefühlt entspannte Stimmung – wissen die Deutschen um ihr Know-how – und die Welt um die Qualität aus Deutschland. Da China ein riesiger Markt ist, liegt hier der Fokus momentan auf eine große und schnelle Produktion. In allen Bereichen, ob Autos, Werkzeuge oder Kleidung. Hier wird erst einmal Massenware hergestellt. Also werden aktuell jede Menge Maschinen gebraucht und irgendwie genutzt. Die Deutschen Werkzeugmaschinenfabrikanten sehen ihre Chance daher in einem gewissen Lernprozess.

Antwort 4: Der Chinese ist nicht dumm – der wird früher oder später merken, dass nur produzieren und Ressourcen verheizen wenig effektiv und auf Dauer nicht gewinnträchtig sind. Bereits jetzt kämen die ersten Anfragen nach umfassenden Konzepten oder Fortbildungen der Mitarbeiter in Deutschland. Außerdem sollen billige Maschinen schon die ersten chinesischen Interessenten auf den zwar teureren aber im Ruf deutlich besseren deutschen Markt gelockt haben.

O-Ton: Martin Kapp, Vorsitzender Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, 60325 Frankfurt am Main
Länge: 3:18 (4 Antworten, individuell einsetzbar)
Autor: Patrick Pröbsting

erstellt: 11.02.2012 
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