heimtextil 2012 | 11.01.12 - 14.01.12 | Frankfurt am Main
Harter Stoff - wie deutsche Textilfabriken überleben wollen
Heimtextil Auftaktnews2

Info: China, Pakistan und Indien sind auf dem wirtschaftlichen Vormarsch. Seit Jahrzehnten schon. Eine Branche hat das in Deutschland besonders zu spüren bekommen. Inzwischen gibt es kaum noch Textilfabrikanten in Deutschland. Gerade einmal rund 50 gehören dem Verband der Heimtextilien noch an. Wir wollten wissen, wie diese Unternehmen der Konkurrenz aus Asien trotzen wollen.

Anmoderation: Günstige Löhne, billigeres Material und Massenware in Asien. Deutsche Unternehmen haben hart mit der Konkurrenz in der ganzen Welt zu kämpfen. Das gilt vor allem für die Textilbranche. Wir haben mit dem Verband der Heimtextilien gesprochen und gefragt, wie es der deutschen Textilindustrie geht und wie sie überleben möchte.

Frage 1: Wie geht’s den deutschen Textilunternehmen denn?

Frage 2: Vor hundert Jahren war Deutschland vielleicht noch ein Textilgigant. Inzwischen wird doch fast alles nur noch im Ausland hergestellt. Haben deutsche Textilunternehmen in Deutschland überhaupt noch eine Zukunft?

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Antwort 1: Die Situation sei "gut optimistisch". So verschnörkelt hat es zumindest Barbara Schmidt-Zock vom Verband der deutschen Heimtextilien umschrieben. Zu dem Verband gehören rund 50 deutsche Firmen, die unter anderem Bodenbeläge fürs Wohnzimmer oder Textilien fürs Badezimmer herstellen. Nach den Krisenjahren 2008 und 09 ginge es jetzt wieder langsam aufwärts, sagt sie.
O-Ton
Dennoch verlor geschätzt ein gutes Prozent der Mitarbeiter ihren Job. Derzeit arbeiten noch rund 14.700 Menschen in Deutschland in der Branche.

Antwort 2: Der Verband ist natürlich überzeugt, dass es Sinn macht. Aber er kennt natürlich auch die Schwachpunkte daheim, beziehungsweise die Vorteile des Auslands. Günstige Löhne, günstigere Materialien, Massenware. Und genau daraus schmieden deutsche Fabrikanten ihren Vorteil. Sie setzen auf Qualität und individuelle Stücke. Quasi versuchen sie zu überleben, in dem sie sich selbst Nischen schaffen. Statt ganz viel und ganz günstig zu produzieren, versuchen sie auch kleine Wünsche genau zu erfüllen. Und das führt immerhin dazu, dass sich viele Unternehmen trotz der harten Konkurrenz in Indien, Pakistan und China behaupten können. Im vergangenen Jahr hielten sich 98 Prozent der deutschen Hersteller am Markt.

O-Ton: Barbara Schmidt-Zock, Verband der deutschen Heimtextilien-Industrie e.V., 42109 Wuppertal
Länge: 1:43 (2 Antworten, kürzbar)
Autor: Patrick Pröbsting

erstellt: 10.01.2012 
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