 ©Foto:Messe Düsseldorf
Info: Das ist der sendefertige Beitrag zum O-Ton-Paket. Das schwedische Start-Up Flow Neuroscience hat ein Headset zur zusätzlichen Behandlung von Depressionen entwickelt. In den Behandlungspausen können die Patienten sich damit zu Hause um ihre Symptome kümmern. Die Elektroden des Headsets schicken einen schwachen Strom in das von der Depression betroffene Hirnareal. Das für die Verarbeitung von Gefühlen zuständige Hirnareal wir dadurch wieder angeregt und die Symptome lindern sich. Die englischen O-Töne sind jeweils davor und dahinter paraphrasiert.
Anmoderation: Die Wartezeit beträgt Monate - wer einen Facharzt-Termin braucht, kann sich auf langes Warten einstellen. Das gilt auch für die Psychotherapie. Wer dazu noch auf Unterstützung durch seine Krankenkasse hofft, bekommt zu wenige Therpiestunden verordnet und muss mitten in der Behandlung Zwangspausen einlegen. Dann wäre es doch schön, wenn zumindest Depressions-Patienten diese Warterei mit Eigeninitiative überbrücken könnten. Das schwedische Start-Up Flow Neuroscience hat da was. Auf der Medizinmesse Medica in der Messe Düsseldorf stellt es eine Art Headset vor, das mit leichter elektrischer Spannung die Teile des Gehirns anregt, die für die Verarbeitung von Gefühlen zuständig sind.
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Beitragstext: Was Durchleuchtungen der Gehirne von Patienten mit Depressionen zeigen: Bestimmte Bereiche des Gehirns hinter der Stirn ticken schwächer als sie sollten. Daniel Mansson von Flow Neuroscience erklärt, dass sich das mit dem schwachen Stromfluss aus den Elektroden des Headsets ändert. O-Ton Klinische Studien aus den USA zeigen eine recht hohe Wirksamkeit bei den so behandelten Patienten und auch der britische National Health Service, also das staatliche Gesundheitssystem, empfiehlt in einigen Regionen des Landes das Headset als Zusatz zur normalen Behandlung und übernimmt einen Teil der Kosten. Das Ziel ist eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. Die weniger aktiven Teile des Gehirns sollen so angeregt werden, das das Aktivitätsniveau ausbalancierter ist. O-Ton An fünf Tagen in der Woche eine halbe Stunde getragen, soll das Gerät nach drei Wochen eine Verbesserung bringen und kann dann mit reduziertem Einsatz weiter verwendet werden. Aber eines ist den Entwicklern auch klar: Ein Headset allein kuriert keine Depression, sondern lindert die Symptome. Depressionen sind eine komplexe Erkrankung, erkennt Daniel Mansson an, daher sei das Headset nicht die Lösung an sich, sondern ein Teil davon. O-Ton In der EU ist das Headset als Medizinprodukt zugelassen, in Deutschland gibt es allerdings keine Zuzahlung der Krankenkassen. Auf der anderen Seite können sich viele Menschen das Gerät leisten. Es kostet in etwa so viel wie ein mittelteures Smartphone. Harald Schönfelder, Redaktion ... Düsseldorf
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