MEDICA / COMPAMED 2024 | 11.11.24 - 14.11.24 | Düsseldorf
Depressionen: Mit Strom zu einem ausgeglicheneren Hirn
artimg12398_120x80.jpg

Info: Das ist der sendefertige Beitrag zum O-Ton-Paket. Das schwedische Start-Up Flow Neuroscience hat ein Headset zur zusätzlichen Behandlung von Depressionen entwickelt. In den Behandlungspausen können die Patienten sich damit zu Hause um ihre Symptome kümmern. Die Elektroden des Headsets schicken einen schwachen Strom in das von der Depression betroffene Hirnareal. Das für die Verarbeitung von Gefühlen zuständige Hirnareal wir dadurch wieder angeregt und die Symptome lindern sich. Die englischen O-Töne sind jeweils davor und dahinter paraphrasiert.

Anmoderation: Die Wartezeit beträgt Monate - wer einen Facharzt-Termin braucht, kann sich auf langes Warten einstellen. Das gilt auch für die Psychotherapie. Wer dazu noch auf Unterstützung durch seine Krankenkasse hofft, bekommt zu wenige Therpiestunden verordnet und muss mitten in der Behandlung Zwangspausen einlegen. Dann wäre es doch schön, wenn zumindest Depressions-Patienten diese Warterei mit Eigeninitiative überbrücken könnten. Das schwedische Start-Up Flow Neuroscience hat da was. Auf der Medizinmesse Medica in der Messe Düsseldorf stellt es eine Art Headset vor, das mit leichter elektrischer Spannung die Teile des Gehirns anregt, die für die Verarbeitung von Gefühlen zuständig sind.

----------------

Beitragstext: Was Durchleuchtungen der Gehirne von Patienten mit Depressionen zeigen: Bestimmte Bereiche des Gehirns hinter der Stirn ticken schwächer als sie sollten. Daniel Mansson von Flow Neuroscience erklärt, dass sich das mit dem schwachen Stromfluss aus den Elektroden des Headsets ändert.
O-Ton
Klinische Studien aus den USA zeigen eine recht hohe Wirksamkeit bei den so behandelten Patienten und auch der britische National Health Service, also das staatliche Gesundheitssystem, empfiehlt in einigen Regionen des Landes das Headset als Zusatz zur normalen Behandlung und übernimmt einen Teil der Kosten. Das Ziel ist eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. Die weniger aktiven Teile des Gehirns sollen so angeregt werden, das das Aktivitätsniveau ausbalancierter ist.
O-Ton
An fünf Tagen in der Woche eine halbe Stunde getragen, soll das Gerät nach drei Wochen eine Verbesserung bringen und kann dann mit reduziertem Einsatz weiter verwendet werden. Aber eines ist den Entwicklern auch klar: Ein Headset allein kuriert keine Depression, sondern lindert die Symptome. Depressionen sind eine komplexe Erkrankung, erkennt Daniel Mansson an, daher sei das Headset nicht die Lösung an sich, sondern ein Teil davon.
O-Ton
In der EU ist das Headset als Medizinprodukt zugelassen, in Deutschland gibt es allerdings keine Zuzahlung der Krankenkassen. Auf der anderen Seite können sich viele Menschen das Gerät leisten. Es kostet in etwa so viel wie ein mittelteures Smartphone.
Harald Schönfelder, Redaktion ... Düsseldorf

O-Ton: Daniel Mansson, Chief Clinical Officer, Malmö, Schweden
Länge: 1:55 (divers kürzbar)
Autor: Harald Schönfelder

erstellt: 12.11.2024 
Bereitstellung des mp3-Audios in Sendequalität (E-Mail-Versand oder direkt speichern)
Nach Eingabe von Name, E-Mail und Sender stellen wir Ihnen unsere Audio-Beiträge zur kostenfreien Nutzung unter Berücksichtigung unserer AGB zur Verfügung.
Ihre personenbezogenen Daten unterliegen selbstverständlich dem Datenschutz und werden nur für interne Zwecke verwendet.
* = notwendige Angaben
Es gibt unterschiedliche Varianten des Audio-Materials zu diesem Beitrag.
Bitte kennzeichnen Sie die von Ihnen gewünschte Version:

vertont - 1:55 (divers kürzbar)
nur O-Töne
Beitrags-Funktionen
vertont
nur O-Töne
zum Download
Manuskript als PDF
Beitrag weiterempfehlen
Ihren XING-Kontakten zeigen
Mit facebook-Freunden teilen
Ihr Ansprechpartner
Harald Schönfelder
Redaktion
(Deutscher Hörfunk Dienst)
h.schoenfelder@dhd-news.de