 ©Foto:Messe Düsseldorf
Info: Die Medica hat wieder geöffnet. Die Highlights der Messe gehören alle zur Rubrik Medizintechnik und am Tag vorab ging es vor allem um einen Blick in die Zukunft. Ein Auto mit Sensoren zur Erfassung von Körperdaten, ein Schnelltest für eine Infektion, die die Antibiotika-Resistenz der Erreger testet, ein Laser, der Schädel öffnen soll - das gehört mit zu dem Zukunftsblick.
Anmoderation: Am Martinstag findet traditionell die Medica statt. Statt Weckenmänner präsentiert die Messe Düsseldorf in ihren Hallen die neueste Medizintechnik. Fast 5.400 AUssteller sind in diesem Jahr dabei. Dazu kommen noch die Aussteller der begleitenden Messe Compamed. Ein paar Highlights waren vorab zu sehen, die noch ein wenig brauchen, bis sie auf dem Markt zu finden sein werden. Doch sie sind in der Entwicklung und sie klingen so, als wären sie aus einer Science Fiction-Geschichte geborgt.
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Beitragstext: Das Auto. Der Deutschen liebstes Zweitwohnzimmer soll in Zukunft auch ein Arzthelfer sein, wenn es nach der Medizinischen Hochschule Hannover und der TU Braunschweig geht. Zusammen untersuchen sie am Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik in Braunschweig, wie vom Auto gemessene Körperwerte Hinweise auf Krankheiten geben können, sagt Professor Thomas Deserno vom Institut. O-Ton Gemessen wird bei jeder Fahrt. Die Computer lernen so die normalen Werte des Fahrers kennen. Abweichungen davon meldet das Auto seinem Besitzer. Nahende Schlaganfälle oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können so früh entdeckt werden. Aber, erst in einigen Jahren, denn die Computer und Sensoren müssten dem Autohersteller zugeliefert werden und vorher müssen sie eine Zulassung als Medizinprodukt haben. Auch am Anfang ist eine neues Analysegerät aus der Schweiz entwickelt vom Start-Up der ETH Zürich, Checktor Biosciences. Das hat sich die Geschlechtskrankheit Tripper vorgenommen, denn Schnelltests sind rar. Stattdessen werden zu viele Antibiotika gegeben. Sein Test, sagt Jacob Lesinski, Co-Gründer von Checktor, ist später auch für andere Erkrankungen gedacht, wie HPV oder Neugeborenensepsis. O-Ton Zunächst bleibt es bei Gonorrhö oder Tripper, denn die Erreger werden zunehmend resistent gegen Antibiotika. Genaueres Wissen über die individuelle Infektion ist also wichtig. Das Fraunhofer-Institut ILT kümmert sich dagegen um Schädel-Operationen. Die unternehmen die Chirurgen traditionell mit Bohrer und Fräse. Das Fraunhofer ILT entwickelt stattdessen einen Laser, der den Schädel öffnen kann. Gedacht ist der zuerst für Patienten, die an einer Schüttellähmung leiden. Das Gruselige: Während der Operation ist der Patient schmerzfrei aber wach, sagt Achim Lenenbach, Leiter der Abteilung Lasermedizintechnik. O-Ton Den Stress kann der Laser vermeiden helfen. Außerdem ist er viel präziser, was die Tiefe des Schnitts angeht. So kann die zwischen Gehirn und Schädel liegende Hirnhaut heil bleiben. Aber auch hier: Das gezeigte Gerät ist ein Demonstrator. Bis wir diese Science Fiction-Beispiele erleben, werden noch Jahre vergehen. Harald Schönfelder, Redaktion ... Düsseldorf
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