GIFA, METEC, THERMPROCESS, NEWCAST 2015 | 16.06.15 - 20.06.15 | Düsseldorf
Was macht eigentlich einen guten Chef aus?
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Info: Mit dieser Frage hat sich auf der GIFA Hermann Doppler beschäftigt. Als ehemaliger Manager der LKW-Sparte von Daimler hat er einige Jahre aus der Chefperspektive auf die Firma und die Mitarbeiter geschaut. Inzwischen ist er Managementberater und hat in einem Vortrag die wesentlichen Punkte für eine erfolgreiche und harmonische Unternehmensführung genannt. Die moderierten O-Töne fassen die wesentlichen Punkte zusammen.

Anmoderation: Industriemessen wie die das derzeitige Düsseldorfer Messe-Quartett GMTN (Gifa, Metec, Thermprocess, Newcast) sind die Laufstege der verschiedenen Unternehmer-Typen. Denn hier treffen sie alle aufeinander: die Leiter kleiner Forschungseinrichtungen, die Patriarchen traditionsreicher Mittelständler und moderne Manager von Aktiengesellschaften. Für sie und ihre Mitarbeiter hat Hermann Doppler, ehemaliger Manager der Daimler LKW-Sparte und jetziger Managementberater, einen Vortrag über gute Führung gehalten. Anschließend haben wir uns mit ihm darüber unterhalten.
Was macht also einen guten Chef aus?

O-Ton 1: "Ein Kernpunkt ist sicherlich das Thema Führungspersönlichkeit ... so zu leben, wie man es von den Mitarbeitern erwartet ... dann gilt es die Teams sich grenzenlos entfalten zu lassen ... Ziele erarbeiten, vorgeben und umsetzen ... auf eine Formel gebracht die vier Eckpunkte."

Zwischenmoderation: Es ist ein komplexes Thema, bei dem Hermann Doppler keine einfachen Kategorisierungen zulässt. Die Frage, ob eine lange Leine oder kurze Leine besser sei, ist zu schwarz-weiß, sagt er. Das muss ein Chef individuell entscheiden, je nach Verfassung des einzelnen Mitarbeiters.

O-Ton 2: "Das hängt damit zusammen, dass ein Chef von heute in der komplexen Welt ... auf den Hallenboden kommt und den Mitarbeiter versteht ... daraus Problemlösungen im Sinne des Unternehmens hinzukriegen."

Zwischenmoderation: Und das bedeutet in erster Linie, das Unternehmen profitabel zu halten. Denn ohne Geld keine Arbeitsplätze. Dafür bezahlt ein Chef auch selber, meist mit seiner Freizeit beziehungsweise derer Abwesenheit. Hier noch ein abendliches Meeting, dort ein Get together und Zeit für das Nachdenken über die eigene Arbeit muss auch noch sein. Und die Contenance will stets gewahrt sein.

O-Ton 3: "Was außerordentlich wichtig ist, ist das Thema "Vorleben" ... ein Chef, der vor seiner Tür die Leute stundenlang warten lässt, ist kein Chef, der auch Pünktlichkeit einklagen kann während der Arbeit ... das passt auch nicht in die Welt."

Zwischenmoderation: Nun aber mal Butter bei die Fische. Das gewünschte Verhalten den Mitarbeitern vorleben, die Selbstreflexion, den Profit im Blick haben, Bodenhaftung bewahren - ein Unternehmen zu führen, ist eine hochkomplexe Aufgabe. Wer setzt sie gut um, wer sind die Firmen, die als Vorbild dienen können?

O-Ton 4: "(Lacht) Ich sag mal, die Welt ist voller "Good practice"-Beispiele ... kein Freund davon, der sagt, hier gibt es so richtige Idole ... ich glaub nicht, dass das funktioniert."

Abmoderation: Schade, wäre schon schön gewesen zu hören, wer das sein könnte. Aber, es ist eben auch - wie gesagt - ein komplexes Geschäft mit vielen kleinen Stellschrauben. Und was in einer Firma funktioniert, geht in der anderen völlig daneben. Müssen wir uns (oder unsere Chefs) eben weiter selber animieren, ein gutes Beispiel zu werden.

O-Ton: Hermann Doppler, Managementberater, 71691 Freiberg
Länge: 2:15 (4 Antworten, kürzbar und einzeln einsetzbar)
Autor: Harald Schönfelder

erstellt: 18.06.2015 
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