EuroShop 2017 | 05.03.17 - 09.03.17 | Düsseldorf
Alles online? Alles... außer Lebensmittel
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Info: Doch das ändert sich gerade. Der Onlinehandel mit Lebensmitteln hat noch einen Marktanteil von knapp unter einem Prozent. Das ist im Vergleich zu unseren großen europäischen Nachbarn wenig. Doch der Bereich wächst stetig. Beim EHI Retail Institute haben wir uns erkundigt, wieso die Entwicklung in Deutschland langsamer läuft. Und nein, mit Ablehnung hat das nichts zu tun. Es liegt an den besonderen Rahmenbedingungen in Deutschland.

Anmoderation: Kleidung, Bücher, Elektronik ... viele Händler geraten durch den stetig wachsenden Onlinehandel unter Druck. Ein Bereich scheint sich zumindest in Deutschland dem Trend bisher zu widersetzen. Online Nahrungsmittel zu bestellen, das ist für Viele kein Thema. Warum eigentlich nicht? Das hat unser Messereporter auf der EuroShop in der Messe Düsseldorf diejenigen gefragt, die es wissen müssen. Das EHI Retail Institute aus Köln ist das handelsnahe Forschungsinstitut, das sich mit genau solchen Fragen beschäftigt.

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Beitragstext: O-Ton
sagt Sascha Berens, der beim EHI den Forschungsbereich IT- und E-Commerce leitet. Noch aber seien sie in der Testphase, probieren verschiedene Konzepte aus, stampfen manches wieder ein, behalten anderes bei. Der Handelsverband HDE hat einen Online-Anteil von 0,8 Prozent bei Lebensmitteln für das Jahr 2015 ermittelt. Zum Vergleich: In Großbritannien lag der Anteil bei 5 Prozent. In Frankreich liegt er ähnlich hoch. Zumindest in Frankreich hat das aber auch einen Grund.
O-Ton
Dann wird online bestellt und in den großen Hypermarchés abgeholt. Auch das unterscheidet die Länder. Das Prinzip Abholstation testen die großen Ketten wie Rewe auch. Ob das Prinzip sich aber durchsetzen wird, ist fraglich.
O-Ton
Denn letztendlich muss der Kunde die vom Händler ausgesuchten Äpfel, Kartoffeln und Joghurts auch ansehen. Viel Zeit spart er dabei nicht. Aber auch bei der Lieferung gibt es Hindernisse. Die Verpackung ist problematisch, sagt Sascha Berens. Denn einfach den Joghurt neben die Tiefkühlpizza neben den Apfel packen, das ist nicht erlaubt.
O-Ton
Trotzdem, der Markt auch in Deutschland wächst. Und auch kleinere Ketten oder Einzelhändler sollten sich daran versuchen. Verschickbar ist alles, sagt Sascha Berens und erinnert an die Skepsis, mit dem der Schuhversender Zalando anfangs zu kämpfen hatte.
O-Ton
Denn die Händler müssen dann auch Bilder ins Netz stellen und potentiell allergene Bestandteile ausweisen. Und sie müssen das über Jahre im Blick behalten, denn die Hersteller ändern immer wieder mal die Rezepturen. Die Hürden im Onlinehandel mit Lebensmitteln sind also höher als in anderen Bereichen und die spezielle Situation in Deutschland mit vielen Läden auf engem Raum hilft dem stationären Handel. Er sollte aber nicht darauf wetten, dass das noch lange so bleibt.
Harald Schönfelder, Redaktion ... Düsseldorf

O-Ton: Sascha Berens, Projektleiter Forschungsbereich IT und E-Commerce, EHI Retail Institute
Länge: 2:56 (divers kürzbar)
Autor: Harald Schönfelder

erstellt: 09.03.2017 
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