MEDICA / COMPAMED 2015 | 16.11.15 - 19.11.15 | Düsseldorf
Sensoren für Schlaf und Blut
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Info: Mit Sensoren wird das Leben leichter und das Überleben gesicherter. Zwei stellen wir im Kollegengespräch näher vor. Der eine überwacht den Schlaf und wird einfach unter die Matratze geschoben. Neben den Schlafphasen misst er zum Beispiel auch Atemaussetzer. Der andere, ein Bluttest, beschleunigt die Diagnose eines Herzinfarkts und spart dem Patienten dabei rund eine Stunde Zeit. Und sein Verwandter misst die Zahl der weißen Blutkörperchen und erleichtert damit Patienten in der Chemotherapie das Leben.

Anmoderation: Wenn der Arzt was über den Patienten wissen will, wird erstmal gemessen. Auf der weltgrößten Medizinmesse Medica in Düsseldorf ist die neueste Generation der Messgeräte zu sehen und zwei hat sich unser Messereporter Harald Schönfelder genauer angesehen. Der eine ist ein Bluttest, der Herzinfarkte wesentlich schneller erkennen soll und ein Schlafsensor, der nahezu unbemerkt die Qualität eines Schlaflabors erreichen soll.

Frage 1: Fangen wir mal mit dem Schlafsensor an, was ist das Besondere an dem Gerät?

Frage 2: Das zweite Messgerät ist was für die Hände von Profis, sagst Du. Es kommt von Philips und soll Herzinfarkte schneller erkennen. Was ist das für ein Gerät?

Frage 3: Das ist dann aber nichts für Laien, oder?

Abmoderation: Die Fachwelt hat es also gut angenommen. Sensoren spielen in der modernen Medizin eine wichtige Rolle. Danke an Messereporter Harald Schönfelder, der sich auf der Medica in Düsseldorf einen neuen Schlafsensor und einen Bluttest für Herzinfarkt- und Krebspatienten angesehen und uns darüber erzählt hat.

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Antwort 1: Das Besondere ist, dass er klein wie ein kleiner Teller und auch so flach und rund ist. Der Sensor wird unter die Matratze geschoben und misst dann die Nacht über, was mit dem Schläfer los ist. Mit dazu gehört natürlich eine App fürs Smartphone, auf der wird die Auswertung angezeigt, sagt Michael Offerwanger vom Hersteller Beurer.
O-Ton
Dazu merkt sich das Gerät auch, wenn der Schläfer zwischendurch aufwacht und erkennt auch Atemaussetzer. Das Gerät kommt im Dezember auf den Markt, dann können die Käufer schauen, ob sie nach der Weihnachtsgans gut schlafen konnten.

Antwort 2: Das ist ein mobiles Gerät für Bluttests. Wurde ein Mensch von einem Herzinfarkt erwischt, dann werden Proteine, die heißen Troponin, aus dem Herzmuskel ins Blut geschwemmt. Der Bluttest misst die Höhe des Troponin-Spiegels und das gibt dem Arzt Bescheid, ob ein Infarkt vorliegt oder nicht. Das ist ein bewährtes Verfahren, was der Minicare-Bluttest besser kann, ist das Tempo, sagt Sibylle Keßler, bei Philips Healthcare Leiterin des Marketings im deutschsprachigen Raum.
O-Ton
Das Gerät, in etwa so groß wie ein alter Telefonhörer, wird wohl in den Notaufnahmen anzutreffen sein, wenn es bei Medizinern auf Gegenliebe stößt, auch Notärzte können es mit raus nehmen.

Antwort 3: Nein, das nicht direkt. Aber die Technik wäre ja eigentlich verschwendet, wenn sie nur für ein One-Trick-Pony genutzt würde. Demnächst soll in Großbritannien ein Minicare Home Monitoring genanntes System auf den Markt kommen, das für Krebspatienten gedacht ist. Wer eine Chemotherapie bekommt, dessen weiße Blutkörperchen, Teil unseres Abwehrsystems gegen Krankheiten, werden auch angegriffen von der Therapie. Und fortgesetzt werden kann sie erst, wenn das Level der Blutkörperchen hoch genug ist, sagt Sibylle Keßler.
O-Ton
Das Gerät kommt zuerst in Großbritannien auf den Markt, hier also noch nicht. Und dort, auf der Insel, hat es zusammen mit beteiligten Partnern aus dem Bereich des Gesundheitswesens, einen Preis für herausragende Leistungen bei der Wissensübermittlung bekommen. Und gestiftet hat den Preis die regierungsnahe, ja wie soll ichs nennen, Innovationsagentur, jedenfalls heißt sie Innovate UK.

O-Ton: Michael Offenwanger, Teamleiter Softwareentwicklung, Beurer GmbH, 89077 Ulm;
Sibylle Keßler, Head of Strategic Marketing DACH, Philips Healthcare, 22335 Hamburg
Länge: 3:03 (3 Antworten kürzbar, einzeln und individuell einsetzbar)
Autor: Harald Schönfelder

erstellt: 16.11.2015 
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